Dörte Behn und Jürgen Liefmann

Dörte Behn schreibt zu ihren Arbeiten
“Bislang war es meine Tätigkeit, Räume zu erforschen. Virtuelle und reale. Darunter Wohnräume und zum Schluss hauptsächlich Ausstellungsräume.

Da die Ausstellungsräume unter Corona-Bedingungen nicht mehr zur Verfügung standen und die das Arbeitsmaterial liefernden Baumärkte für mich nicht mehr erreichbar waren, musste ich mein Arbeitsfeld anpassen. Sowohl räumlich als auch materiell – die Lösung für beide Bereiche fand ich im ganz naheliegenden – im täglich übrigbleibenden Verpackungsmüll von Lebensmitteln. Mein Experimentierraum hat sich extrem verkleinert, auf ein Hundertstel meines letzten Ausstellungsraumes! Das sind strukturiert transparente Räume in denen die Recherche stattfindet.

Inhaltlich geht es darum, der Corona bedingt ‚angehaltenen’ Außenwelt entsprechend meine in den Jahren ‚liegengebliebenen’ Rätsel der MINT-Welt mit den mir jetzt zur Verfügung stehenden (künstlerischen) Mitteln im Modell zu erforschen.”

Jürgen Liefmann schreibt zu seinen Arbeiten
“In den letzten zwei Jahren sind die Zeichnungen noch kleiner geworden. Sie entstehen nun hauptsächlich im häuslichen Umfeld und trotzen den widrigen Einflüssen, die durch das ‚normale‘ Leben (Verkehrslärm, Telefon, Haustürklingeln, Postgucken, Waschmaschine, Küche, Einkaufen) zur Kenntnis genommen werden müssen. Die Zeichnungen sind ein Balanceakt.”

Robert Würth

Für die Ausstellung im Salon hat Robert Würth einige druckgrafische Arbeiten (Holz- und Linoldruck) aus den vergangenen Jahren ausgewählt, die folgende Aspekte seiner Arbeit exemplarisch zeigen:

Inhaltlich: Literarische Bezüge, Aneignung von bildnerischen Motiven aus anderen Zusammenhängen („gezieltes Klauen“)
Technisch: Unikatdrucke auf textilen Trägern (Baumwolltuch und Gaze)

Formal: Unschärfe durch übereinander gelagerte Schichten, Mehransichtigkeit. Vor allem bei den räumlichen Arbeiten und den Arbeiten, die eine oder mehrere Schichten von bedruckter Gaze haben, geht es um die Weiterentwicklung der Hochdruckgrafik hinsichtlich der Betrachterposition. Der Betrachter oder die Betrachterin muss an dem Bild entlang gehen oder um es herum gehen, um jeweils unterschiedliche räumliche Zustände zu sehen, die sich durch die Überlagerung der Schichten ergeben und die Übergänge dazwischen wahrzunehmen. Durch die Gaze entsteht eine Art Moiré-Effekt, ein Flimmern, das sich nur in der Betrachtung vor Ort zeigt.